Farbe richtig übersetzen


„Ohne die richtige Übersetzung ist Farbe nur ein Versprechen.“

Kennen Sie das? Ein Motiv wirkt auf dem Bildschirm kräftig, kontrastreich und farbintensiv. Dann hält man das fertige Druckerzeugnis in den Händen und plötzlich ist das Rot weniger leuchtend, das Blau wirkt gedämpfter und feine Farbnuancen scheinen verloren gegangen zu sein.

Produktionsfehler? Nicht unbedingt, denn nicht selten ist es eine Frage des richtigen Farbmanagements.

Was auf dem Bildschirm sichtbar ist, basiert auf dem RGB-Farbraum. Die Lichtquellen (Farben) Rot, Grün und Blau werden hier additiv miteinander kombiniert. Je höher die Lichtintensität, desto heller und leuchtender kann eine Farbe erscheinen.

Im Vierfarbdruck basiert die Farberzeugung auf dem CMYK-Farbmodell. Anders als beim selbstleuchtenden RGB-Farbraum entsteht Farbe hier durch einen subtraktiven Prozess, bei dem Cyan, Magenta, Yellow und Black auf den Bedruckstoff aufgebracht werden, die jeweils bestimmte Anteile des einfallenden Lichts absorbieren. Welche Farbe unser Auge am Ende wahrnimmt, ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Farbauftrag, Licht und den Reflexionseigenschaften des Bedruckstoffs.

Genau hier entsteht die Herausforderung: Die Farbraumabdeckung von Bildschirm und Druck ist nicht identisch! Eine am Monitor dargestellte Farbe kann außerhalb des reproduzierbaren Druckfarbraums liegen. Bei der Konvertierung nach CMYK muss sie auf einen darstellbaren Wert abgebildet werden. Je nach Rendering Intent und Farbprofil kann das zu Veränderungen bei Sättigung, Helligkeit oder Farbton führen.

Doch CMYK allein beschreibt nicht, wie eine Farbe im Druck tatsächlich abgebildet wird. Entscheidend sind auch Faktoren wie Bedruckstoff, Weißgrad, Tonwertzunahme, Farbauftrag und Druckverfahren, denn ein gestrichenes Bilderdruckpapier verhält sich farbmetrisch anders als ein saugfähiges Naturpapier.
ICC-Profile berücksichtigen diese Eigenschaften, indem sie die Farbwiedergabe eines definierten Ausgabeprozesses beschreiben und so eine konsistente Farbübersetzung ermöglichen.

Farbmanagement beginnt deshalb nicht erst an der Druckmaschine. Es beginnt bei der Frage, auf welchem Papier und mit welchem Produktionsprozess die Farbe am Ende funktionieren soll.

Besonders hilfreich ist ein Softproof während der Gestaltung. Die gängigen Gestaltungsprogramme bieten mit der Funktion „Farbproof“ die Möglichkeit, das zu erwartende Druckergebnis auf Basis des gewählten Ausgabeprofils am Bildschirm zu simulieren. So wird früh sichtbar, wo Farben an Sättigung verlieren oder Kontraste auf dem tatsächlichen Bedruckstoff anders wirken.

Ein kurzer Check spart Korrekturschleifen, Zeit und Kosten. Denn wer das Farbmanagement dem Zufall überlässt, darf sich beim Druckergebnis nicht über Überraschungen wundern. Schließlich ist Zufall vieles – nur kein verlässliches Farbmanagement.

Die passenden ICC-Profile stellt die ECI kostenlos zur Verfügung.

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